Und sonst so?

Langsam läßt die Welle der Begeisterung über das letzte Wochenende nach und ich komme wiederr in mein Normallevel von Glücklichsein an. Wobei dieses ja unendlich viel höher ist als im letzten Jahr, in den letzen Jahren.

Gestern war ich den ersten halben Tag wieder arbeiten, damit das Büro nicht ganz unbesetzt blieb. Und wieder stelle ich fest, dass mich diese Art von Arbeit nicht mehr ausfüllt, dass ich gerne etwas anderes machen möchte. Oder vielleicht weniger von dieser Art Arbeit und mehr von … Ich weiss es nicht wirklich. 

Ohne über die finanzielle Seite nachzudenken, wären da Musik, Malen, Fotografieren, irgendwas organisieren oder beratend, begleitend unterwegs sein. Ganz abgefahren wäre ein Café mit Musik und Kunst. TRRAUMTÄNZEREI. Immer noch hört das nicht auf. Aber dafür bin ich mittlerweile zu feige (oder zu besonnen?). Der Gedanke an das, was später fehlen würde an finanzieller Basis, wenn ich den Broterwerb gegen brotlose Kunst eintauschen würde, bereitet mir Unbehagen. Zu unsicher, wie es ausgehen würde, zu vage die Ideen. Rückblickend musste ich nur in wenigen kurzen Zeiten sehr aufs Geld aufpassen. Bis jetzt hat es immer gereicht, für eine sorglose Gegenwart. Die Gedanken an die Zukunft waren immer nur sehr flüchtig. Das ist mittlerweile anders geworden. Bei den jährlich ins Haus flatternden Rentenaussichtsbescheiden wird die Zukunft genauso: bescheiden.

Bleibt zu hoffen, dass ich mir meine Traumtänzerei behalte und auf der bescheidenen Basis aufbauend noch freudenspendende Sachen mache, die nicht viel Geld bringen müssen, sondern Spass bringen, mir und anderen.

Und heute so?

Heute mal raus. Mal allen Alltag daheim lassen und einen freien Tag genießen. Da es ein Regentag wird, eher ohne romantisches Parkbanksitzen und Aussicht genießen. Genießen wir uns und lassen die Gedanken fliegen. 

Eurythmics – Here Comes the Rain Again 

Phänomenale Akustik-Version. 

Passt grade zu meiner unerwarteten depressiven Verstimmung. Zuviel Gefühl. 

Jetzt erst merke ich wie sehr gleichförmig die vergangenen Jahre verlaufen sind. Hatte mein Herz abgeschlossen und bin so gut durchgekommen. Wenig Höhen, nur einige Tiefen. Alles in allem eine seelisch stabile Zeit für mich.

Nun, wo ich sozusagen wachgeküsst bin, ist mein Motto wohl wieder:

Balance finden!

Passenger | If You Go

.. until the sun falls out of the sky…

Ernst Ferstl – ​Noch geschwind leben

Noch geschwind 

ein paar sehnsüchtige Blicke 

zum Himmel werfen 

und der Unendlichkeit 

tief in die Regenbogenaugen schauen.

Noch schnell 

das Feuer der Hoffnung entzünden 

und alle Zweifel und Ängste verbrennen.

Noch geschwind 

die Quellen der Mißverständnisse 

trockenlegen und Wasser 

auf die Mühlen des Verstehens leiten.

Noch schnell 

alles Überflüssige zum Teufel jagen 

und eine Herde Zärtlichkeit 

abfangen zwischen Herz und Hirn.

Noch geschwind 

dem Leben ins Genick springen 

mit aller Kraft 

und die Liebe 

unter dem Teppich der Alltäglichkeit 

hervorholen.

Noch geschwind leben,

bevor uns die Dunkelheit

ihren dicken Mantel zuwirft.