Gestern

Gestern habe ich alte Fotos gesichtet. Unser Haus im Wandel der Zeiten. Dabei habe ich entdeckt, dass meine Eltern im Laufe der Jahre 3 verschiedene Couches hatten, dass unglaublich viele bunte, gemusterte Tapeten an den Wänden klebten. Vom biederem Jaquard-Muster bis zu pychedelischen Kreisen oder Steindekor mit Efeu – alles war drin und weil man den Wald hinterm Haus durch die Wand nicht sehen konnte, kam dann auch irgendwann die obligatorische Waldfototapete. Bei mir im Zimmer war Sonnenuntergang angesagt 😉

Wehmut, wenn ich meinen Vater sehe. Ich vermisse ihn heute noch. Mein Fels in der Brandung.

Bedauern, wenn ich meine Mutter in Händen halte. Wir waren uns nie sehr nah. Noch heute bedauere ich meine Härte ihr gegenüber. Sie hat nie in mein Weltbild gepasst. Immer zu Diensten für Mann, Mutter und die Kinder. Nie ein Widerwort. Alles ertragen (aus meienr Sicht), um des lieben Friedens Willen.

Freude, wenn ich die vielen Feste betrachte, die hier schon gefeiert wurden! Freunde, Fußballer, Familie gingen ein und aus. Wir haben oft hinterm Haus gezeltet, meine Eltern haben nie Nein gesagt, für den Kartoffelsalat haben die Jungs mit Kartoffeln geschält. Wir wurden mit Kaffee versorgt und konnten wirklich alles tun oder auch lassen, was wir wollten. Die elterlichen Feste waren phänomänal. Musik, Sketche, Polonäse tanzen, Sit-ins, deutsch-amerikanische Freundschaftsfeste … gemeinsame Silvester, gemeinsame Urlaube und gemeinsames Grillen waren mit unseren amerikanischen Mietern und den Nachbarn Highlights des Alltages.

Erstaunen, wie ordentlich der Wald aussah. Kein Wunder, die Oma hat alles was am Boden lag, verfeuert.

Unglaube darüber, wie schön ich war als Teenager und junge Frau. Habe es selbst nie so empfunden. Die Kinderfotos passen da besser in mein Selbstbild.

Dankbarkeit für eine wirklich unbeschwere Kindheit. 1968/69 sind wir hier eingezogen. Heile Kinderwelt. Auch wenn mir die heutige Sicht eine etwas differenziertere Geschichte erzählt.

1987 wurde meine Welt auf den Kopf gestellt. Ende der Unbeschwertheit.

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