Und sonst so?

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Wunderbar. Himmelhochjauchzend. Zu Tode betrübt. Zur Zeit ist alles drin.

Im letzten Winter bin ich wieder in eine Sinnkrise gefallen, aus der ich mich diesmal aktiv und mit Hilfe habe raus holen lassen. Einziger Lichtblick des Winters war mein Kaminofen, vor dem sich wunderbar sitzen und sinnieren läßt. Ich bin glücklich darüber, dass ich mich dazu habe entscheiden  können.

Da ich weder meiner Lieblingskollegin noch einem anderen Menschen meine depressive Phase sinnvoll hätte überhaupt erklären können, habe ich mich wieder mal in mein Schneckenhaus zurückgezogen. Solche Phasen sind auch gar nicht sinnvoll zu erklären. Im Nachhinein weiss ich nun, das es eben genau diese Sinnhaftigkeit ist, die in dieser Phase gefunden werden will, weil das alles SO nicht weitergehen kann, weil sich was ändern soll, weil wieder mehr Lebensfreude einziehen soll, weil alles gar keinen Sinn mehr macht. 

Immer wieder komme ich an den Punkt, an welchem ich weiss, alleine komme ich da nicht mehr raus. Diesmal schickte der Himmel, das Universum, die Fügung (nennt es wie immer ihr es wollt) eine Freundin vorbei, die wiederum eine Freundin hat, die eine Frauengruppe durch das Jahr führen wollte, in der die Teilnehmerinnen gestärkt und der Blick auf sich selbst gelenkt werden sollte. Sich stärken, sich auf sich besinnen. Macht Sinn! Und hat geholfen. Zusammen mit einer lockeren Gesprächstherapie, hat mich das wieder aufgerichtet.

Ende April habe ich mich entschlossen, zurück zu meinem alten Verein zu gehen. Unter Menschen sein, Aufgaben erfüllen und wieder lernen Spass zu haben und mich mit anderen auszutauschen. Das fällt mir heute noch schwer, meist finde ich die Themen sehr flach. Die Witze sind für alle anderen meist der totale Brüller und beim Feste organisieren und durchführen kommt es drauf an, sich bestens zu amüsieren. Alkohol ist da immer wichtig und ohne den geht gar nix. Nicht wirklich einfach. Ab einem gewissen Pegel der anderen, mag ich nicht mehr. Ich muss ja aber auch nicht alles mitmachen. Aber da sind dann auch die Momente der intensiven Gespräche, abseits der Feiermeile ….

Habe wieder angefangen, Gitarre zu spielen. Das ist das Beste, was das Frühjahr gebracht hat. Ich war mit dem Verein zum Zelten und habe festgestellt, das es mir auf dem Frauenfest besser gefallen hat, dass aber nix über gemeinsame Erinnerungen geht, die man am Lagerfeuer austauschen kann und dabei neue Erinnerungen entstehen.

Über den Sommer gab es einige Konzerte. Mal klein und intim, mal größer und trotzdem nah dran und immer sehr intensive Erlebnisse. Musik ist immer ein Trostspender und mein Mittel der Wahl, um mich glücklich zu machen.

Nun hat der Herbst angefangen und das erstaunlichste und wunderbarste und gleichzeitig erschreckende und unfassbare ist die Wiederentdeckung der Liebe. Sie lockt mich hinterm Ofen vor und beendet mein Eiszeit. Aber wie das so ist, auch damit muss ich mich erst wieder anfreunden und verspüre wieder diesen Fluchtreflex, der immer dann am stärksten ist, wenn die Gefahr des Kontrollverlustes am stärksten ist. Sehr schwierig, das auszuhalten und dem zu widerstehen.

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5 Kommentare

  1. Ich schäme mich, dass ich mich nie gemeldet, nie nachgefragt habe. (Ich war allerdings ja ähnlich drauf, innen drin, Schneckenhaus und so). Bin froh nun, dass es dir besser geht. Und die Liebe … ja, die Liebe gönn ich dir, so sehr!

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    • S(tef)unny

       /  11. Oktober 2016

      Du Liebe! Alles gut. Ich habe Euch still begleitet durch Spanien, am Rhein entlang und hab mich ja auch nicht wirklich gemeldet und ebenfalls ein schlechtes Gewissen. Immer wenn ich gelesen habe.

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  2. Schlechte Gewissen nützen niemanden, sie hindern nur. Wichtig ist doch, dass das Schneckenhaus aufgebrochen ist und Kontakt besteht. Davon bin ich noch meilenweit entfernt – meine innere Blockade ist leider wahrscheinlich festgerostet.

    Dir wünsche ich wunderbare Begegnungen.

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    • S(tef)unny

       /  12. Oktober 2016

      Da hast Du Recht! Bei mir ging es ja auch nur mit Hilfe von aussen.
      Und ich brauche immer ein geduldigen Menschen mir gegenüber, der sich nicht schrecken lässt von meinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen.

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  1. 2016 – Review | Stefunny's Weblog

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