Frieslandurlaub – “Alles gut!”

5. Juni, Freitag

Na Klasse! Junior hat seinen Pinkeltag – pünktlich zum Urlaubsbeginn. Alle 5 Minuten auf die Pipibox. Es kommt nicht viel und das was kommt ist blutig. Also Schmerzmittel geben. Um 8:30 kommen B und M. Wir kriegen alles Wichtige noch unter und los gehts. Stau in Köln und direkt hinter der Grenze. um 14:30 h sind wir da. Keine Pause, Martina ist einfach durchgefahren und B hat navigiert. Keine Klimaanlage im Auto, brüllend heiß in der Kiste. Kein Handy-Empfang nach der Grenze – wie doof ist das denn – da hatte ich mich drauf verlassen und nun gehts nicht. Schon bei der Übernahme des Bunbos finde ich die Stimmung zwischen den Mitreisenden etwas gereizt. Mal schauen wie sich das entwickelt. Ansonsten „Alles gut!“

Das Bunbo ist sehr schwerfällig und nicht einfach zu manövrieren. Buffy macht es gut. Nach der Einweisung und dem Einladen fahren wir einkaufen. Die Holländer finde ich etwas hektisch beim Einkaufen, das hatte ich so nicht erwartet, aber vielleicht liegt es auch am Freitag Spätnachmittag. Einräumen und Ablegen. Das Wetter ist herrlich – das hatte ich noch gar nicht erwähnt. Die Gegend auch – Drachten und die friesische Seenplatte. Bald zieht es sich zu und wir legen an. Die Mädles testen die Badetemperatur schnell noch vorm Gewitter. Kaum ist der Grill an, geht schon los mit Wind, Regen, Hagel. Der Grill wird zum Rauchentwickler – so gibt es wenigstens keine Stechmücken an Bord. Salat schnippeln und grillen und ratzfatz haben die beiden 2 Pullen Sekt leer und einige Heinekens. Buff trink ganz schön schnell und viel und essen können die zwei – wow. Mir ist das gar nicht so wichtig, ihnen schon. Ich geniese das Sein, sie das Sein und das Essen und Trinken.
Das Miteinander ist hakelig, B lässt M nicht gern ans Ruder und M bekrittelt B ständig. Vielleicht bin ich auch nur wieder etwas zu empfindlich. Irgendwann nach 23 Uhr bin ich ins Bett noch ein bisschen lesen.
05062015
6. Juni, Samstag
Ich habe gut geschlafen und um 7 geht das Bootsleben wieder los. ich hab so meine Anlaufschwierigkeiten. Nach dem dünnen Morgenkaffe gibts Frühstück und dann machen wir los zum Weiterschippern. Jetzt liegen wir an einer Anlegestelle in einem See und machen Mittagspause. Der Fahrtwind ist kalt und im Schatten ists sehr frisch. Da wo es windgeschützt ist es wunderbar. Ich liege nun in meiner Koje und geniese die Ruhe. Lena hat angerufen. Alles fein daheim. Sie hatten auch Gewitter in der Nacht und die Nacht war für sie entsprechend unruhig. Verantwortung zu haben ist ungewohnt.
Um 15 Uhr gehts weiter. Viele Boote unterwegs, viel Wind und weiteres Knirschen zwischen den beiden. Der Wind macht das Bunbo schwer steuerbar. Nachdem wir keine freien Liegeplätze finden, die einfach anzufahren sind, machen wir an einer Bucht Halt und fahren die Ankerstangen aus. 17:30 Gemüseschnippeln beendet. Auf dem Kanal wird es auch ruhig und der Wind lässt nach. Jetzt um 20:52 nachdem wir alle in unseren Kojen sind ist es sogar total windstill (wie jeden Abend wie wir feststellen werden). Ich sitze auf meinem Bett, bei offenem Fenster und schaue direkt in den Sonnenuntergang. Geniese meine kleine Kajüte. B ist vor her halben Stunde bereits in ihr Zimmer, nachdem ich gespült hatte war eine vorne, die andere hinten. Irgendwie reden sie nicht viel miteinander. Schwierig die Situation. Doof das Ganze. Irgendwas liegt in der Luft. Ich denke dran, wie es wohl wäre mit G und A hier … schade, ich bin müde und versuche den Sonnenuntergang noch mitzuerleben.
06062015
7. Juni, Sonntag
Kaffeetrinken in der Sonne. Erleben, wie die Natur erwacht. Schön. Als das erste Boot vorbeifährt, machen wir uns auch auf. Bevor der Hauptsonntagsverkehr losgeht. Einmal durch Eanewald fahren, auskundschaften und dann in eine Bucht fahren, in der wir den Sonntag verbringen. Das Wasser ist nicht tief genug zum Baden. Buff hats ausprobiert. Die Leiter ist doof, da kommst du nicht gut wieder an Bord, als steife alte Krücke ;-). Eine hübsche windgeschützte Bucht haben wir uns ausgeguckt. Abends gibt es Gemüse mit Schafskäse und Kartoffeln. Lecker.
Wieder früh ins Bett, wieder Sonnenuntergang in meinem Fenster. Nachts muss ich aufs Klo. Der Mond steht überm See, das Wasser ist spiegelglatt, gar nicht kalt, traumhaft. Jetzt würde ich gern raus und mich auf die Terrasse setzen, aber M schläft im Wohnzimmer. Also gucken, einatmen und mitnehmen. Ich bin dann so wach, dass ich noch mein Buch fertiglese.
07062015
8. Juni, Montag
Geschlafen bis 8:39 Uhr. herrlich. Heute geht es zum Einkaufen und Wassertanken nach Eanewald. Scheisstag. Handy versenkt. Ich bin am Boden und fertig mit der Welt.
Vorher wunderbarer Morgen. Als wenn wir allein auf der Welt wären. Montag. Alle Wochenendurlauber sind weg. Es ist nix mehr los. Gut zum Anlegen. B macht das wunderbar. Ich hatte das Handy in die Brusttasche gesteckt um es parat zu haben, wenn Lena durchklingelt. Und dann hab ichs vergessen. Beim Anlegen rutscht es raus, die Rückschale liegt noch am Pier, der Rest verschwindet zwischen Boot und Pier, ich seh zu wie es mir den offenen Rücken zuwendend auf Nimmerwiedersehen versinkt. Später muss ich mal ne Runde weinen. A anrufen und Bs Nummer durchgehen. Lena ruft gleich an. Alles gut daheim. A  hat Junior gut im Blick. Wir fahren dann weiter in einen wirklich grossen Kanal mit echtem Schiffsverkehr. Boah sind die GROSS und laaaang. Wieder Planänderung. Der Schnippel, den wir uns ausgeguckt hatten zum Ankerrn, ist ein Yachthafen. Wieder retour ins Naturschutz-Gebiet. Schönes Plätzchen gefunden. Ich bin um 8 ins Bett.
08062015
9. Juni, Dienstag
Wir fahren über den großen Pinzessinenkanal und entscheiden im Naturschutzgebiet anzulegen, wieder früh ins Bett. Erst Dienstag.
09062015
10. Juni, Mittwoch
Es ist bedeckt und windig. Auf nach nach Grou. Auf dem Kanal sind wirklich grosse Schiffe unterwegs. In Grou anlegen bei relativ starken Wind ist schwierig mit der schwer manövrierbaren Nussschale. Der erste Liegeplatz ist zu eng. Beim zweiten Anleger vor einem Lokal kommen gleich die Nachbarn – Wolfgang und Fritzi, ein distinguiertes älteres Paar, total lieb und hilfsbereit und helfen beim Anlegen. Wenn wir was im Lokal was trinken und Bescheid geben, können wir da liegen bleiben. Gang durchs Puppenhausörtchen und danach ein paar Kleinigkeiten im Ostergaard essen und feststellen: Wlan da! Yeah! Tablet einloggen, gleich ins Büro gemailt und Bilderchen mitgeschickt. Danach legen wir wieder ab – mittlerweile gibt es fast 400 News, die ich noch nicht gelesen hab. Kurz mal nach FB rein und schauen was es weltbewegendes gibt und doch nichts wirklich registrieren.
Danach auf wieder ins grosse Gewässer, um in der Nähe der Anlegern zu ankern. Das Wetter wird am Nachmittag wieder besser.
10062015
11. Juni, Donnerstag
Strahlend blauer Himmel. Wir liegen bis 12 am Liegeplatz. Dann machen wir uns auf den Rückweg und legen kurz vor Drachten in einer Bucht an und genieße den wunderbaren Resttag. Noch um 23 Uhr ist es nicht wirklich dunkel. Endlich letzter Tag. Wir haben schon alles gepackt und werden morgen früh losfahren.

11062015

12. Juni, Freitag

12062015

Um 8 fahren wir los, um 30 Minuten später schon am Anlegeplatz zu sein. Kaum angelegt wird M wieder hektisch – ich weiss nicht warum auf einmal alles so schnell gehen muss. Ich schüttele den Kopf und wundere mich und bewahre die Ruhe. Vorher hatten wir ausgemacht, noch einkaufen zu gehen. Ich hatte mich auf einen gemütlichen Bummel durch den Supermarkt gefreut. Auf dem Parkplatz rassele ich dann mit M zusammen. Die ganze Woche ging es gut, jetzt ist MEINE Geduld zuende. Führt sich auf wie ne wildgewordene 15jährige. Wobei ich das gut nachvollziehen kann, steckte ich doch auch lange Jahre in einer solchen Phase fest. Heute ärgere ich mich (meist) nur über mich selbst und nehme nicht alle Äußerungen und Handlungen anderer als persönlichen Affront. Ich bin nicht der Nabel der Welt und die Menschen tun Dinge, die sie tun nicht um mich zu ärgern!

Anscheinend war dieser Urlaub eine Zumutung, immern änderten wir (B und ich) die Pläne und immer fühlte anscheinend sie sich ausgeschlossen. Dachte, wenn wir lachen, lachen wir über sie, tauschten uns aus über früher. B und ich waren Arbeitskolleginnen und Nachbarinnen und haben viel über alte Zeiten gequatscht. Mit M fand ich einfach keine Gemeinsamkeiten und Themen für intensive Gespräche.

Die Moral von der Geschichte: Auch B wird in dieser Konstellation keinen Urlaub mehr verbringen wollen, Sie kennt M besser als ich und auch sie hat sie falsch eingeschätzt. Wie gut dass wir uns in unsere Kabinen zurückziehen konnten und eine vordere und hinteresse Terrasse hatten. Wir haben alle das Beste draus gemacht und es war trotzdem herrlich. Ich lasse mir diese wertvollen Tage durch Missempfindungen anderer nicht vermiesen.

“Alles gut!”

 

Advertisements
Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare

  1. Alles gut! 😉

    Gefällt 1 Person

    Antwort
  2. gemeinsamleben

     /  20. Juni 2015

    Sehr schöner Urlaubs-Reisebericht. Rundum .)

    Gefällt 1 Person

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

  • Meine Kunststückchen

    Die verlorene Insel

    Atlantis

  • Kategorien

  • Follow Stefunny's Weblog on WordPress.com
  • Archive

%d Bloggern gefällt das: