Und sonst so?

Naja, als so weiter. (das könnte escht hessisch sein).

Versuche einer Kontaktaufnahme zu einer „echten“ Feministin ergeben, dass wir in völlig unterschiedlichen Welten zu leben scheinen. Und dann doch wieder nicht. Sie ist wie ein Spiegel all dessen, was ich schon immer hätte machen wollen und doch nie gemacht habe: In einer WG leben, alternativ, aktiv, kreativ arbeiten und damit das nötige (wenige) Geld verdienen. Vom Frauenwiderstandscamp (das ich erst mal ergoogeln musste), über Attac bis zur feministischen Karawane 2015 überall ist sie dabei – ihr Leben lang schon.

Und ich versteck mich hinter der Tastatur, kriege den Arsch nicht hoch, wenn es ans demonstrieren geht etc. etc. Mittlerweile zu desillusioniert über mich selbst und die Welt um aktiv zu werden, und dennoch immer auf Krawall gebürstet und dagegen. Gerne würde ich liebevoller mit mir umgehen, mit meiner Umwelt, mit den mir anvertrauten Lebewesen. Manchmal kann ich das gar nicht. Und manchmal frage ich mich, ob das so ist, weil niemand mit mir liebevoll umgeht?

Das kann ich jetzt so nicht stehen lassen, muss relativieren: Klar gibt es die Kollegen, die Blogger, die Bekannten etc., die mich schätzen und mögen, mit denen ich im Austausch bin. Aber auf der körperlichen Ebene gibt es wenig Austausch. Vielleicht ist es das was mich mich lieblos fühlen lässt.. Wenn ich irgendwann mal wieder körperliche Nähe zulasse, wird dieser Mensch überschüttet, wohlmöglich erdrückt und erstickt von alldem Überschuss, der sich da angestaut hat. Das macht mir wiederum Angst vor einer ersten Begegnung. Ein Teufelskreis.

DSCF0319a

Heute beim Fensterputzen habe ich so gedacht, dass ich aus einer Familie komme, die schon immer im eigenen Haus gelebt hat. Das prägt. Darum hänge ich an der Hütte. Und trotzdem: Gäbe es sie nicht, würde ich in einer kleinen Wohnung leben, mit Balkon oder Terrasse? Was würde ich mit meiner freien Zeit anfangen? Wäre ich ohne das Drum und Dran mit Garten und Schneeschippen und kehren und caren vielleicht viel kreativer? Würde ich mich dann mehr engagieren? Oder wäre ich NOCH angepasster, noch konsumfreudiger, würde am Ende mein Heil in Stadt- und Museumsbummeln finden und würde ins Kino gehen, auf viel, viel mehr kulturelle Veranstaltungen, weil ich näher an/in der Stadt wohnen würde? Müssig, mir da weiter gedanken drüber zu machen.

Und so beim ersten Zupf-Rundgang durch den Garten habe ich mich gefreut, dass es jetzt endlich draußen wieder losgeht, habe die ersten Krokusse unterm Laub freigelegt, Hyazinthen, Tulpenspitzchen, Knospen all überall. Und nun muss ich dringend in den Baumarkt. Meine Gartenschere ist verschollen und Rasensamen brauche ich, wie jedes Frühjahr. Bis ich wieder hier bin, hat es sich sicher zugezogen und der angekündigte Regen ist da …. und die verschollene Gartenschere wird dann sicher auch wieder auftauchen 🙂

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3 Kommentare

  1. Jaja dieser Teufelskreis. In dem Du aber noch in der begünstigten Situatuin bist, aus einer ganzen Reihe von potentiellen Kandidaten auswählen zu dürfen, wenn es mal soweit ist. Als Mann hab ich da echt die Arschkarte 😉

    Fensterputzen und Unkrautzupfen scheinen das Holzhacken der Frauen zu sein – oder?

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  2. S(tef)unny

     /  28. Februar 2015

    Ich würde lieber Holzhacken als Fensterputzen – die Sonne hat mir nur die Wahl gelassen zwischen Putzen oder mit der Axt reinschlagen hihihihi – die Vernuft hat gesiegt.

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  3. Ich hätte da auch noch Fenster. Nicht viele. Aber jedes Jahr denke ich: Och, nächstest Jahr dann. Ich glaube, heuer muss ich echt mal dahinter. 🙂
    Nun ja, als Wohnungsbewohnerin habe ich echt mehr Zeit für Kreatives, stimmt sicher, aber eine Museumsbummlerin und Shopperin werde ich nie. Da verhalte ich mich eher wie eine Hausbesitzerin, vermutlich. My home is my castle (oder von mir aus meine Höhle …) 🙂

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