Lebendig sein

Fragte doch die Lieblignskollegin heute beim Mittagessen in der Kantine, für was man überhaupt eine Beziehung braucht. Schlechte Frage, schlechter Ort und schlechter Zeitpunkt.

Immer noch vom Sonntag emotional aufgeladen, kann ich mich einer solchen Frage heute mittag nicht stellen …. wie gut dass wir uns am Arbeitsplatz hinter breiten Bildschirmen verstecken können.

Musste ich am Sonntag doch mal einen (fast) wildfremden Menschen mal drücken, um meine Freude, mein WoW, meinem War-das-nicht-schön-Gefühl, meinem Überwältigtsein des Abends einen „Resonanzboden“ zu geben. Dafür hätte ich gerne eine Beziehung.

Mich mal ausweinen, mich in den Arm nehmen lassen, in den Arm nehmen, Erlebnisse teilen, nicht immer neue Andockstationen suchen müssen, und jedes mal wieder neu anfangen, um auf einen Level zu kommen. Mir nicht immer andere suchen müssen, wenn ich was unternehmen will. Dafür hätte ich gerne eine Beziehung.

Pläne schmieden, Urlaube planen, Projekte planen und gemeinsam machen und gemeinsam beenden um sich anschließend zusammen das Ergebnis ansehen und sich dran freuen. Dafür hätte ich gerne eine Beziehung.

Mir fehlt mein Gegenüber, diejenige, die ich anrufen kann zu jeder Tages- und Nachzeit, die die ich fordern kann, und die mich fordert ohne Besitz zu ergreifen. Dafür hätte ich gerne eine Beziehung.

Nicht für das was wir beide (Lieblingskollegin und ich) nicht wollen: Was kochen wir heute? Was machen wir am Wochenende? Wer ist dran mit putzen? Kannst du nicht …. aufpassen, leise sein, pünktlich, leise, nicht so nerven, etc. pp

Aber ohne „Heulen“ kann ich ihr das nicht sagen, nicht in der Kantine, nicht im Büro, nicht beim Brunch und nicht im Kino. Und schon gar nicht heute.

Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit mit Live-Musik von FM habe ich festgestellt, dass ich mich seit langem wieder mal lebendig fühle (wie im Hunsrück) . Liegt vielleicht auch daran, dass die Rumors sehr an meinem letzten Absturz beteiligt waren (trinken, die Nacht durchtanzen, eine komplette CD durch mitsingen und nochmal von vorne) … und Sonntag habe ich mich wieder so gefühlt, nur ohne trinken, aber irgendwie war ich am Ende des Abends wie betrunken, enthemmt und in der Stimmung die ganze Welt zu umarmen … Ich kann das gar nicht beschreiben. Eben völlig aufgewühlt.

….. wirres Zeug …

Die Bloggerin schweigt nun immer noch verwirrt und erschöpft und zieht sich wieder ins Schneckenhaus zurück …..

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2 Kommentare

  1. Ich glaube, die Kollegin hat das begriffen, was eine Beziehung ausmacht. Nämlich alles. Nicht nur das Gute, das Romantische, das Verklärte und das Schöne. Zu einer Beziehung gehören Streit, Alltag und Banales. Und wer das Eine nicht will, kann das Andere nur bekommen, wenn er dem Anderen die Freiheit lässt, jemand weiteren für den Rest zu haben. Und das funktioniert nicht.

    „Alles oder nichts“ ist das Prinzip einer Beziehung. Oder man pflegt eine gute Freundschaft, die mit der Gewissheit lebt, jeden Tag vorbei zu sein.

    Warum miteinander leben, wenn es auch andere Wege gibt, glücklich miteinander zu sein? Oder auch glücklich den grausamen Alltag mit allen Höhen und Tiefen des Banalen und Unschönen doch am Ende des Tages noch zu einem schönen Tag zu machen? Würde ich das Beziehung nennen wollen? Ist Beziehung ein anderes Wort für Bindung? Oder gar Festhalten und Behalten?

    Heinz Rudolf Kunze hat die Frage in „Dein ist mein ganzes Herz“ gestellt, ob Leute, die Beziehungen haben, sich als Staaten betrachten. Nein, ich möchte leben und mit dem Menschen an meiner Seite Gutes und Schlechtes erleben und bewältigen. Immer in der Gewissheit, dass es jeden Tag vorbei sein kann. Vielleicht ist es das, was die Kollegin meinte. In Freundschaft miteinander sein, füreinander und in der Freiheit, auch für sich zu sein.

    Das könnte bewirken, dass Deine Wünsche einer Beziehung wahr werden könnten. Wenn die Chance für jeden besteht, sich jederzeit und ohne Zwang und Druck in seine eigene Wohnung zurückziehen zu können.

    Vielleicht liegt der Zauber darin, nicht zu sagen „Lass uns zusammen sein.“ sondern „Lass uns miteinander sein.“

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  2. S(tef)unny

     /  11. Oktober 2013

    … miteinander arbeiten und gemeinsam Freizeit zu verbringen und dazu noch einander in schweren Zeiten beistehen ist eine Beziehung … nur ohne Anfassen. Nur: mir dann und wann eben zuwenig 😦

    Danke für Deine Gedanken dazu

    Geht alles wieder vorbei. Aushalten, weiteratmen.

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