Endzeitstimmung

Auf in eine neue Woche. Der Fototermin und der gemeinsame Kochkurs ging rum. Ich habe mich mit Serviettenfalzen durchgeschummelt. Das Essen war sehr lecker.

Nicht wirklich gut gelaunt geht es in diese Woche. Das erste Mal dieses Jahr mit Ärger auf ne Kollegin, den ich das ganze Wochenende mit rumgeschleppt habe. Es war ja lange ruhig. Dann kommt noch dazu, dass meine Tochter nicht übernommen wird nach ihrer Abschlussprüfung im Juni. Dementsprechend ist ihre Laune und mir fällt es nicht leicht, immer die Optimistische zu spielen, dass alles gut wird.

Die Zeit in der ich mal eben 50 Euro für Schuhe bezahlen konnte ist vorbei. Anstatt den Geschenkgutschein vom Schuhgeschäft einzulösen, will sie anderswo was kaufen – das geht nicht.

Ideen von „Selbstständig machen“ als Merchandiser stehen im Raum. Wie sage ich es meinem Kinde? Sie ist für sowas nicht geeignet. Sich selbst um die Finanzen kümmen, Buchhaltung machen, Steuererklärungen etc. Ich kann nur vorrechnen, dass sie mit einem durchschnittlich bezahlten Job genauso gut oder schlecht dasteht, wie mit einem gleichhohen anderweitigem Einkommen. Irgendwo Regale auffüllen und mit viel Glück ein bisschen anspruchsvolleres – hat sie dafür 3 Jahre gelernt?

Ich habe mich schon lange damit abgefunden, dass MEINE Erwartungen nicht erfüllt werden vom Leben, habe mich lange damit abgefunden, dass es nicht so läuft, wie ich es mir wünsche, langsam ist es an der Zeit, dass sie das auch lernt. Weh tut es trotzdem – auch mir.

Noch gute 4 Wochen, dass ist der unterm-Dach-Bewohner weg und es wird wirklich eng. Habe angefangen ein Kassenbuch zu führen und aufzuschreiben, was ich so ausgebe, wo das Geld hingeht. Es wird vieles gestrichen dieses Jahr nicht nur Wände, auch der Gärtner und Dinge, die selbstverständlich waren, mal ein Fuffi da mal ein Zehner hier. Ende der Großzügigkeit.

Zeit zum Ärmelhochkrempeln und selber machen.

PS: Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus. Heute will ich jammern !

 

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4 Kommentare

  1. Viola

     /  25. März 2013

    Es ist immer der falsche Ansatz im Denken, wenn man sich für irgendeine Arbeit zu schade ist.
    Jede Arbeit, die es gibt hat ihre Berechtigung, ist wichtig und jemand muss sie tun, sonst würde sie ja nicht als Arbeit anfallen.
    Und jede/r Arbeiter/in hat genau deshalb auch seine Daseinsberechtigung.
    Die Frage ist doch immer, was kann man selbst in und mit seinem eigenen Betätigungsfeld erreichen, wie hoch ist mein eigenes Niveau bei der Erledigung, was ist es, was ich auf lange Sicht als mein Ziel ansehe.
    Schau, z.B. das Regale einräumen – ich tue es auch fast täglich. Meine Arbeit macht Spass, weil ich mich freue, wenn die Regale voller Ware ist, wenn alle Ware exakt auf Reihe kommt, wenn der Laden auch dadurch aufgeräumt und gut sortiert aussieht – und das Alles pronto :-))
    Dann kommt der Chef und der ist nicht blind, sondern ist positiv überrascht, weil schnell, sorgfältig und sauber.
    Wenn jemand das Gleiche macht, aber ohne Lust und mit Gleichgültigkeit, dann sieht man das dem an und dem Laden auch. Und würde der behaupten, dass er das nicht war, sondern ich da gearbeitet hätte, dann würde mein Chef oder meine Kollegen sofort sagen, dass Frau B. niemals so eine Arbeit abliefern würde.

    Was ich damit sagen will, ist, man muss immer das positive aus seiner Arbeit ziehen, immer seine eigene Arbeitseinstellung überdenken, sich motivieren. Eine „Regaleinräumerin“ bei Aldi oder Lidl kann sich intern ganz weit nach oben arbeiten, ebenso geht das bei Mäckes und Co…auch in der Gebäudereinigung geht es immer aufwärts, wenn die eigene Arbeit konstant gut ist…fast überall bestehen solche Möglichkeiten, die natürlich allesamt ungenutzt verstreichen wenn man nicht dran geht.
    Positive Gedanken für Reinigungspersonal??
    Nun, die stehen bei mir ganz hoch im Kurs – denn der, der eine Reinigungsfirma beauftragt ist schon ziemlich armselig, weil er es nicht schafft, seinen eigenen Dreck wegzuräumen, sondern dazu braucht er Hilfe – und das verdient in meinen Augen höchsten Respekt für Gebäudereiniger.
    So geht`s – überall.
    Lena ist ja wohl ein Arbeitstier, also ran und sich nicht zu schade sein, nur dann geht es aufwärts, mit Selbstzweifeln geht es immer nur bergab.

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  2. Nicht zu schade für diese Arbeit … die Arbeit als solche ist in Ordnung aber nicht als Selbsständige. Als Angestellte ist das völlig okay.
    Aber Personalkosten so abzuwälzen und Menschen ein unternehmerisches Risko aufzuhalsen, mit allen Konsequenzen, Menschen, die nie daran dachten sich selbständig zu machen, selbst die Buchhaltung zu machen und den Papierkram, eben Menschen die das nicht leisten können, das ist es was mir Sorgen macht. Ich war selbst ständig am Arbeiten 😉 und weiss wovon ich spreche. Und wenn man in einer solchen Situation den Überblick verliert, nicht das Geld für Umsatzsteuer und Einkommensteuer konsequent zur Seite legt, dann ist doch ein finanzielles Scheitern schon vorprogrammiert 😦
    Ich habe Hochachtung vor allen, die Arbeiten leisten, die ich nicht leisten kann und da gehören Reinigungskräfte, Bauarbeiter und Akkord-Regal-EInräumer auf jeden Fall dazu.

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  3. gemeinsamleben

     /  27. März 2013

    Es ist wohl immer das Schwerste, S(tef)unny, Kinder ihre Erfahrungen machen zu lassen, von denen wir vermuten, das sie nicht zum dem von ihnen gewünschten Erfolg führen.

    Aber irgendwann gibt es eine Zeit danach. So habe ich es von anderen Eltern in großer Bewunderung ihrer Kraft erlebt, dass alles zu ertragen. Wir dürfen nicht, so glaube ich, unseren Kindern diese wichtigen Lebensereignisse vorenthalten.

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  4. oh weh … „ch habe mich damit abgefunden, dass …“ dieser satz geht mir unter die haut.
    vielleicht ist es genau das, was mich vom rest der welt, von all denen, die es richtig machen?, unterscheidet? dass ich mich nicht abgefunden habe. dass ich noch immer glaube und hoffe, dass das leben anders sein könnte. menschenwürdiger. menschlicher. für mich. für andere. für alle.
    nennt mich naive idealistin. aber so ist es. aber vielleicht ist „sich abfinden“ einfacher?
    vielleicht müsste ich das auch, damit ich nicht immer so schmerzhaft anecke?

    dein text klingt bitter und traurig. und ich hoffe, dass sich die momentaufnahme bereits wieder verändert hat.


    und bitte …. hör nicht auf, zu träumen. dir zuliebe.

    (so, und jetzt erst lese ich die anderen kommentar!)

    herzlich, soso

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