Ziellosigkeit, Entscheidungsunfähigkeit

Der Artikel über die Genügsamkeit von Emil katapultiert mich straight ahead nach 2006 und wieder zurück. Noch heute habe ich immer noch diese Ziellosigkeit in mir, in meinem Handeln. Gerade gestern: Seit ewigen Zeiten war ich wieder mal in der Stadt. hatte einen Friseurtermin um 12.15 h und hab meine Tochter zu Dienstbeginn um 11 Uhr mitgenommen.

Blieb also noch über eine Stunde zu einem Stadtbummel. Bin über den Markt geschlendert. Hätte ja toll einkaufen können: frisches Gemüse und Obst im Überfluß. Wie immer konnte ich mich weder entscheiden, noch hatte ich Lust mich in die langen Schlangen einzureihen, die es an jedem Stand gab. Also schlendere ich durch die Menge und  hörte auf meine Füße, die wieder mal anscheinend in den falschen Schuhen steckten und schmerzten. Also weg hier, irgendwo hin wo es kein Kopfsteinpflaster gibt … eine große Runde durch den Rest der Innenstadt gedreht … dort war Ostermarkt. Habe ein Plätzchen gesucht zum Sitzen, Kaffeetrinken und schauen, weil ich ja kein Ziel hatte. Vielleicht eines: mich mal hinsetzen und die Füße vergessen. (Wobei es mir fußtechnisch wieder richtig gutgeht, hatte halt nur die falschen Schuhe an).

IMG1134-1Ich war froh als es endlich Zeit war für meine Friseurin Jenny. Die habe ich dann einfach machen lassen und das Ergebnis war wieder toll. Beim letzten Mal geriet ich an eine unfähige Vertretung (nur weil ich nicht warten wollte bis sie aus dem Urlaub zurück war). Das Ergebnis: Ich sah aus wie 50 *Schock* und habe mir zuhause sogleich die Haare nochmal gewaschen und umfrisiert.  Diesmal wieder für alle ein befriediegendes Erlebnis: Ich seh 10 Jahre jünger aus*, Jenny durfte endlich wieder mal was anderes machen als „bitte nur die Spitzen schneiden“ und meine Nachfolgerin freute sich schon auf ein ebensolches schönes Ergebnis für sich selbst.

Eines war klar: Ich brauche Farbe. An den Seite bin ich so grau, dass es mir graust. Noch sind genügend Farbpigmente obenrum. Aber beim Karstadt fand ich keine Farbe in der Parfümerieabteilung. Also dann nicht. Und: je nach Lichteinfall sieht es gar nicht so grau aus. Alles nur Ansichtssache 😉

Wäre nicht nächste Woche ein Fototermin in der Firma, wäre mir dieses wundervoll aufbauende und Laune anhebende Erlebnis nicht beschert worden. Auch hätte ich nicht in der Sonne gesessen, hätte das nette Gespräch mit meiner Banknachbarin nicht geführt (es geht doch dieses absichtslose, ziellose Smaltalkding, das einfach nur da ist um Zeit zu überbrücken).

Wissend, dass ein solches Bild aus einem offiziellen Fototermin dann Jahre im Umlauf ist, muss ich mich „reputierlich“ herrichten. Das fängt bei den Haaren an und hört bei den Schuhen auf.  Nächste Woche wird es ein Bereichsmeeting geben. Erst großes Vorstellen und Besprechen, dann gemeinsames Kochevent. KOCHEVENT. I hate it – jetzt schon. Ich schätze mal, dass wir etwa 40-50 Leute sind. Aber auch für die Zukunft gilt: Bei solchen Sachen darf man sich nicht ausgrenzen, man sollte wenig auffallen und muss alles mitmachen *kotz* (oder krank sein und nicht teilnehmen können) – wie gesagt, ich bin  schon mal in an dieser Firma gescheitert.

Die beiden Kolleginnen finden das sicher toll. Endlich wieder das heimelige Gefühl zu einem großen Ganzen zu gehören ….

*Naja, nicht wirklich, aber es fühlt sich so an ;-)
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Ein Kommentar

  1. blonde haben es einfach besser, was das weißwerden betrifft. würde ich meine haare nicht färben, wäre ich mit 47 schon schneeweiß.

    kochevent … igitt … da würd ich mich krankschreiben lassen … 🙂

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