…. und meine Pünktchen gehen im Seufzer baden.

Immer wenn ich soooo früh am Rechner sitze, liegt es daran, dass mir vieles im Kopf rumschwirrt. Gestern erfahren, dass und wie es weitergeht, ohne dass ich es wissen darf.  Ich könnte kotzen.  Es gibt andere, die  haben es schon immer gewußt und freuen sich, dass sie in der richtigen Abteilung arbeiten. Alles auf Start zurück, irgendwie. Und was wird mit den andern? Das ist mein erster Gedanke. Und der läßt mich schlecht schlafen.

Standortbestimmung, ein Wort, das bei SoSo zum geflügelten Wort wird, so was bräuchte ich für mich auch mal …. und meine Pünktchen gehen im Seufzer baden. Herrlich, diese Wortkombination – Danke, SoSo.

Also halte ich durch bis meine Tochter mit der Ausbildung fertig ist und dann werde ich mir die Freiheit nehmen, einen besseren Job zu suchen, wobei das heißt, nicht mehr so viel zu verdienen. Denn ein besserer Job für mich wird nicht besser bezahlt, das ist sicher.

Es ist halt furchbar bequem: 10 Minuten mit dem Auto bis zur Arbeit, Kantine, ein wunderbarer Blick über die Stadt, abwechslungsreiche Arbeit, kein Tag ist gleich und doch wieder gleich …

Vielleicht ist es eine Illusion, dass ich was dran ändere, zu feige noch mal was ganz Neues zu tun. Mit 50. Gefangen in der deutschen Wohlstandsgesellschaft und doch irgendwie gefühlt immer am Rand und nicht mittendrin.  Auch das: Standortbestimmung.

Ich hatte schon immer gerne jemanden, der mir „vermeindlich“ sagt, wo es langgeht, was geht, was nicht. Ohne ein Gegenüber, gegen das ich mich abgrenzen kann, gibt es keine Konturen für mich. – Klingt wirr …. kann es selbst nicht wirklich fassen, was ich sagen will …

Vielleicht sollte ich auch mal nach einem Coaching Ausschau halten um mir drüber klarzuwerden. Früher gab es nur Weiterbildung, heute gibt es Coaching als Alternative.  Aber ist es nicht irgendwie auch nur ein Instrument der Leistungsgesellschaft um besser, weiter und höher zu kommen? Vielleicht wäre eine Therapie die Alternative?

… eine Stunde ists nun her, dass ich das Posting angefangen habe …. und es endet mit der Überschrift …. ich kann gar nicht loslassen von diesen Pünktchen, die es einfach lieben, in Seufzern zu baden 😉

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8 Kommentare

  1. … das ist eine wunderbare Formulierung – ich werde sie mir merken! Dir, gutes Durchhaltevermögen…

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    • S(tef)unny

       /  21. September 2012

      Ja, ich muss jeder davon erzählen …. und jede findet es „sooo schööön“ „oh, wie poetisch..“ und „Wow“ 😉 Ich werde diese Forumlierung nie mehr vergessen können ….

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  2. liebe stefunny
    dein artikel resoniert in ganz vielem bei mir. auch mir baden die pünktchen gerne in seufzern, nicht nur beim von mir zitierten kurskollegen r.. schön, dass ich dich zu diesem artikel ein klein bisschen inspirieren durfte. du erwähnst themen, die im kurs in den pausen auf den tisch kommen.
    natürlich wollen sie uns, sollen sie ihren auftrag erfüllen, die KL und coach, auf stromlinienförmig trainieren. dennoch bin ich zurzeit mit diesem coaching (plus therapie) froh für die unterstützung. nur schon, um zu wissen, dass es im gleichen boot noch mitrudernde gibt.
    viel mut für deine standortbestimmung!
    herzlich, soso

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    • S(tef)unny

       /  21. September 2012

      …. oft braucht es ja Anstoß von außen, damit etwas in Bewegung kommt, weil die eigene Situation von außen ja ganz anders scheint, als frau es fühlt ….

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  3. pauline

     /  21. September 2012

    Dein Post macht mich nachdenklich. Ich glaube ich sitze in genauso einem Boot… in dem Boot mit den Pünktchen, die soooo oft seufzen. Der Unterschied bei mir ist, dass ich seit 3 Wochen schon ohne Job bin… seufz

    liebe Grüße pauline

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    • S(tef)unny

       /  21. September 2012

      Liebe Pauline,
      ich wünsche Dir, dass Du recht bald eine neue Arbeit findest, die Dir gefällt. Laß Dich nicht entmutigen von dem, was da jetzt läuft oder eben auch nicht 😦

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  4. Viola

     /  21. September 2012

    Ja, das mit den Umstrukturierungen und neue Wege gehen an verschiedenen Arbeitsplätzen, das nennen die „Optimierung“ der Abläufe…..
    dahinter verbirgt sich nach meiner eigenen Erfahrung nichts Anderes, als mit weniger Arbeitsstunden mehr Leistung von den Mitarbeitern zu bei niedriger Bezahlung zu fordern um dann nicht so starke Mitarbeiter hinter sich zu lassen.
    Ich nenne das Ausbeutung – damit es besser klingt, kann man es auch Exploitation nennen, da hört es sich wie neu an und niemand merkt, dass es das ist mit dem man schon „am Sklaven“ gearbeitet hat.
    Das Manko besteht darin, dass der Wert des Menschen niedriger und kleiner gehalten wird und somit fühlt sich der Mensch auch so, so es dem Menschen immer wieder suggeriert wird.
    Es bleibt irgendwie völlig auf der Strecke, dass der Mensch, sprich die Arbeitskraft, erst einen Wert schafft, aus seiner eigenen Kraft und seinem Können. Wenn niemand was tut, gibt es Nichts. Nicht umsonst, sind die Ärmsten Länder die, die eine hohe Arbeitslosigkeit oder zu niedrige Bezahlungen erhalten….Schau, wo kein Geld fließt, kann auch nix wachsen.
    Marx und Engels haben sich im Kapital (da ich ein Ossi bin, hab ich oft drin gelesen und was soll ich sagen, ich lese heut noch manchmal nach)schon mit diesen Dingen beschäftigt und mir kommt es vor, als wenn wir hier in Deutschland, nein in Europa immer mehr rückwärts gehen und nicht vorankommen und nie war das Thema Ausbeutung so akut und seine Symptome so klar und deutlich zu erkennen.
    Wir sparen uns zu Tode an Stunden, Lohnkosten, Energiekosten.
    Und was so perfide ist, da machen die Geschäftsführer, Manager, und diverse Chefs mit, obwohl sie intelligent sind und wissen, dass die Dinge auf Sparkurs nicht funktionieren und damit das eigen Selbstwertgefühl nicht zu stark angeknackst wird, knacksen die an deinem Selbstwertgefühl, bis Du aufgibst oder krank wirst.
    Jede sagt nur noch …..“besser Du als ich…“ , denn Existenzangst ist das neue Instrument mit dem man heute knebelt.
    Am Besten, du besuchst erstmal einige Rhetorikkurse, damit Du denen verbal gewachsen bist, das macht die platt, wenn du gleiche Argumente hast wie die Vorgesetzten und dann lassen Dich auch ungeliebte Kollegen in Ruhe.
    Du kannst dann viel reden ohne etwas zu sagen, der kommt immer gut.
    Das mit den Konturen , das ist doch klar, denn man ist immer auch ein wenig das Spiegelbild Deiner Kollegen, des Chefs, der Mitmenschen und deren Handelns.
    Ursprünglich sollten Chefs nämlich Mitarbeiter motivieren, ihre Stärken feststellen und nutzen, aber das gibt es heute kaum noch.
    Eine meiner liebsten Sätze auf der Arbeit gegenüber meinen Chefs ist: “ Ich bin mit meiner Arbeit das Spiegelbild Eurer Arbeit und Eures Umgangs mit mir.“
    Der kommt immer gut und verschließt Lippen.
    Und mal ehrlich, ich hätte auch manchmal gut Lust, die Arbeit zu wechseln, aber ich habe dort soviel schon gekämpft, mir eine gewisse Akzeptanz erarbeitet – einen neuen Kampf von Anfang an, da will ich meine Kraft nicht mehr investieren, dann lieber einen Coach oder NLP ….
    Hab ich nun das ursprüngliche Thema verfehlt????

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  5. S(tef)unny

     /  21. September 2012

    Du bist gut ! Du tust gut ! Danke für Deine intensiven Gedanken.
    Chefs/Mangager und Politiker werden dafür bezahlt, dass sie das System so am laufen halten – so funktioniert das doch prima – wir da unten – die da oben. Deshalb bekommen sie ja auch so viel mehr als die Masse der arbeitenden Bevölkerung. Unangemessen wie ich finde, wie sicher die meisten finden, zumindest die, die arbeiten MÜSSEN, um um die Runden zu kommen. Wenn so ein Chef irgendwann nicht mehr Chef ist, hat er so viel zur Seite gelegt, dass er nie mehr arbeiten muss. Und natürlich gibts noch ne fette Briebsrente oder einen Ehrensold oder so … obendrauf.

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